Die Insel Kreta ist vielen als reiner Urlaubsort bekannt. Bekanntlich verbringen hier jedes Jahr sehr viele tausende Touristen ihren Urlaub auf der schönen Insel, die zu Griechenland gehört. Wenn Ende Oktober allerdings die meisten Touristen die Insel verlassen haben, geht es auf der Insel mitunter nicht ganz so ruhig zu, wie viele es sicherlich vermuten würden. Von November bis März eines jeden Jahres beginnt die Zeit der Olivenernte auf Kreta. In den ländlichen Gegenden von Kreta ist nahezu jeder Besitzer von mindestens einer geringen Anzahl an Olivenbäumen.
Olivenbäume auf Kreta
Solche Olivenbäume sind auf Kreta nahezu überall zu finden. Sie gedeihen in Höhenlagen von um die 600 Meter und findet dabei sehr große Pflanzungen in den Ebenen. Daneben gibt es jedoch auch sehr kleine Gruppen an Olivenbäumen, die sich beispielsweise in abgelegenen Bergregionen oder Schluchten befinden. Auf Kreta sind die Olivenbäume quasi die Kulturpflanzen schlechthin. Bereits aus der minoischen Zeit sind Abbildungen bekannt, die Menschen bei der Ernte von Olivenbäumen zeigen. Früher wurde Olivenöl auch bereits als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt und neueste wissenschaftliche Untersuchungen sagen dem Olivenöl auch eine positive Wirkung nach. Interessant ist auch festzustellen, dass an den Orten, an denen Menschen viel Olivenöl verwenden, signifikant weniger Herzkrankheiten auftreten.
Erntezeit auf Kreta
In der Zeit der Ernte sind die verschiedenen Familien mit Unterstützung durch Verwandte und Bekannte jeden Tag bei den Olivenbäumen zu finden. Dabei gibt es prinzipiell zwei Methoden der Ernte. In beiden Erntefällen werden im Herbst sehr große Planen bzw. Netze unter den Bäumen gespannt. Diese fangen die herabfallenden Oliven dann auf. Bei dieser Methode wird schließlich darauf gewartet, dass die Oliven hierbei herunterfallen. Dies wird häufig auch durch die Verwendung von Hilfsmitteln vom Baum abgeschlagen. Es gibt auch moderne Schlaggeräte mit vier Zinken, die das Ganze noch einfacher machen.
Die herabgefallenen Früchte werden dann in einer Art Sieb von den Ästen bzw. Zweigen getrennt. Danach werden sie in Säcke gesteckt und daraufhin zur nächsten Olivenpresse gebracht. Hierbei verfügt nahezu jedes größere Dorf auf Kreta über eine solche Olivenpresse. Die Blätter werden dabei völlig automatisch aussortiert und die Oliven werden direkt gewaschen und dann auch gestampft. Das verbliebene Wasser wird dann vom Öl durch eine Zentrifuge getrennt. Bei der ersten Pressung entsteht ein sogenanntes Jungfernöl und bei der dann folgenden heißeren Pressung ergibt sich dann ein minderwertigeres Öl. Zum Schluss bleibt dann noch eine Trockenmasse übrig, die häufig als Viehfutter bzw. Brennmaterial verwendet wird.
Zahlen und Fakten
Aktuellen Schätzungen zufolge geht man von über 30 Millionen Olivenbäumen auf Kreta aus. Hierbei dürfte es sich um eine stolze Menge von rund 100.000 Tonnen handeln, die jedes Jahr produziert werden. Genaue Zahlen gibt es jedoch nicht, weshalb dies alles nur Schätzungen sind. Der Olivenanbau ist jedoch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Kreta, der neben dem Tourismus sehr wichtig für die Menschen ist.